Zeitschrift für Ostmitteleuropa-Forschung

"Die Kultur des ostmitteleuropäischen Exils und des Samizdat gehört der analogen Ära an und ist ein regionales Phänomen geblieben, das allmählich in Vergessenheit gerät. Es ist daher umso erfreulicher, dass das Buch von Jessie L a b o v diesen Themenkomplex ins digitale Zeitalter überträgt und neu definiert. Sie schildert mit hoher Sachkompetenz Zusammenhänge zwischen Widerstand, Literatur und ethnischer Herkunft und bietet einen differenzierten Einblick in die politischen und biografischen Verflechtungen der osteuropäischen Exilkultur. Labov leistet mit ihrer akribischen Studie einen wichtigen Beitrag zur Exil- und Ostmittel europaforschung und beleuchtet diesen Themenkomplex mit Methoden der digitalen Geisteswissenschaft. Das Buch zeichnet sich durch seine gute Lesbarkeit aus und überrascht mit einem innovativen Blick auf einen Themenbereich, der zwar vielseitig erforscht, aber von einer digital und GIS-basierten Analyse noch nicht erfasst wurde. Die Darstellung des Kultura-Netzwerks mit Hilfe von Landkarten veranschaulicht die internationale Dimensionen und Verknüpfungen dieser Zeitschrift. Ob 'Transantlantic Central Europe' tatsächlich ein Konstrukt ist, das sich in die politisch-gesellschaftliche Praxis übertragen und in der Erforschung der Exilkultur einsetzen lässt, wird die Zukunft zeigen. Gewiss aber hat Labov eine Brücke zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart geschlagen und auf diese Weise zur Heilung von ostmitteleuropäischen Minderwertigkeitskomplexen beigetragen."
Reviewed book: 
Author: 
Jessie Labov
ISBN: 
978-615-5053-29-0
cloth
$65.00 / €53.00 / £47.00